GIFT – NUR DIE DOSIS MACHT’S

 

D, 2008, 45 Min, BR

Viel ist tödlich – wenig heilend

Die Dokumentation zeigt zum einen die Natur (Pflanzen und Tiere), zum anderen den Menschen als Giftproduzenten, beschreibt wie die unterschiedlichen Gifte im Organismus ihre Wirkung entfalten. Ein herausragender Aspekt wird der Regenwald in Brasilien sein – ist diese größte Waldfläche der Welt doch ein unerschöpfliches Reservoir an Pflanzen und Tiere, deren vielfältige Substanzen noch lange nicht alle erforscht sind. Andererseits gibt es ein altes und vererbtes Wissen über Fauna und Flora, in deren Besitz die Indios sind. Seit Generationen benutzen sie die vielfältigsten Substanzen, die oft auch giftig sind, für Heilungsrituale und als spirituelle Kraftspender.

Das Sekret des Kambo-Frosches ist ein ganz besonders eindrückliches Beispiel dafür, wie vielseitig die Natur und wie einfallsreich der Mensch ist. Der Schleim des Frosches wird sowohl für spirituelle als auch für heilende Zwecke eingesetzt. Und solche Substanzen, wie die des Kambo-Frosches, wecken Begehrlichkeiten, Besitzansprüche seitens der Pharmaindustrie, der chemischen Industrie oder bei Lebensmittelherstellern.
Das Stichwort heißt: Biopiraterie. Die Wissenschaftler der unterschiedlichen Konzerne proklamieren dann solche Stoffe aus der Natur zu ihrem geistigen Eigentum, deklarieren diese Stoffe als „Erfindung“ und erhalten in vielen Fällen auch noch Patente auf diese „Erfindungen“, die in Wahrheit ja nur Entdeckungen sind, und damit niemals patentierbar wären. Dennoch verhalten sich sowohl die amerikanische wie auch die europäische Patentbehörde so, als handelte es sich bei den entdeckten Substanzen um Erfindungen. Damit begehen die Companies Verrat an den Menschen, die seit Jahrhunderten dieses Wissen haben und es für ihre eigenen Bedürfnisse nutzen. Die Kommerzialisierung dieses Wissens fällt somit an die Industrie.
Diesen skandalösen Kreislauf aufzuzeigen ist ein Hauptanliegen dieses Filmes. Von daher wäre es von größter Bedeutung, die vielseitigen Anwendungen des Sekrets des Kambo-Frosches aufzuzeigen, mit den Menschen zu sprechen, die über dieses alte Wissen verfügen und deren Einschätzungen zu erfragen, wie sie dieses Verhalten der Großkonzerne beurteilen und auch zu erfahren, wie sie ihre Strategie gegen diese Biopiraterie organisieren.
Die Geschichte des Kambo-Frosches soll das Beispiel im Film sein, das exemplarisch die Ausbeutung indigener Völker darstellt.

© 2018 Beatrice Sonhüter | Dokumentarfilmerin & cubecom