ES GESCHAH VOR ALLER AUGEN – DIE REICHSKRISTALLNACHT IN BAYERN

 

D, 2008, 45 Min, BRScreenshot: ES GESCHAH VOR ALLER AUGEN - DIE REICHSKRISTALLNACHT IN BAYERN

Es ist Nachmittag, es ist der 9. November 1938: Hitler und die Spitzen der Nazi-Partei in München erhalten die Nachricht: „Ernst vom Rath ist tot!“

Goebbels unterhält sich am Abend kurz mit Hitler im Bürgerbräukeller in München. Hitler geht zum Königsplatz – ohne etwas zu sagen. Goebbels hält dagegen eine Hetzrede der übelsten Art. Er fordert klare Aktionen gegen „die Juden“, ohne es aber direkt anzuordnen, so der Historiker Hermann Graml.
Was dann in wenigen Stunden im gesamten Deutschen Reich abläuft, geht in die Geschichte ein als die „Reichskristallnacht“. Weit über 100 jüdische Deutsche werden brutal ermordet, Tausende jüdischer Deutsche werden geschlagen, geprügelt, gefoltert, verhaftet, Synagogen werden niedergebrannt, Geschäfte zerstört und geplündert, jüdische Wohnungen systematisch zerstört.

Was geschah am 9. November 1938 tatsächlich? Wie war es möglich, innerhalb weniger Stunden, diese einzigartige Barbarei zu organisieren? War das Attentat auf den Legationsrat Ernst vom Rath in Paris tatsächlich der wahre Auslöser für die Reichskristallnacht, oder gab es bereits längerfristige Planungen des Naziregimes. Fühlte sich das Regime durch das Münchner Abkommen bestärkt, nun das „Deutsche Volk“ zu testen in Sachen „Judenpolitik“? Wäre das Novemberpogrom 1938 bereits im Jahre 1933 möglich gewesen?

Welche Rolle spielte die gleichgeschaltete Presse, welche Rolle das „Deutsche Volk“?
Der Volkszorn entbrannte nicht, vielmehr machte sich Empörung breit – nur worüber? Über die Brutalität an den jüdischen Bürgern oder vielmehr an der Zerstörung von materiellen Gütern?

War die Reichskristallnacht erst durch die schleichende Ausgrenzung der Juden möglich, und wie wurde die vorangetrieben? Wie war der Alltag in diesen Jahren, wie der Umgang zwischen nicht-jüdischen und jüdischen Deutschen? Die Dokumentation „Die Reichskristallnacht“ versucht Antworten auf diese Fragen zu geben.

Zu diesem Film gibt es einen Pressetext in deutscher Sprache.

© 2012 Beatrice Sonhüter | Dokumentarfilmerin & cubecom