EIN TAG IM LEBEN VON FRIEDRICH ANI

 

D, 2009, 45Min, BRScreenshot EIN TAG IM LEBEN VON FRIEDRICH ANI

Friedrich Ani gilt als einer der besten Kriminalschriftsteller im deutschsprachigen Raum. Sein Interesse gilt den Vermissten, den Verschwundenen, den einsamen Toten. Sein berühmtester Ermittler ist Kommissar Tabor Süden – ein Kommissar, der schweigt und schaut, in zerbrochene Seelen, in verstörende Umgebungen. Anis Kriminalromane sind nicht actiongeladene Storys, vielmehr erzeugt der 50-jährige seine Spannung durch detailgenaue Beschreibungen der Milieus, in denen seine Figuren in Seelennöte geraten sind. Friedrich Ani ist ein Meister des Psycho-Krimis. Für seine Romane um Tabor Süden, Hauptkommissar in der Vermisstenstelle der Münchner Kriminalpolizei, wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Deutschen Krimipreis 2007. Seine Bücher schaffen auch den Sprung in die Krimi-Welt-Bestenliste.

Friedrich Ani spricht viel über seine Bücher, seine Figuren, wenig über sich selbst. Er schreibt, was er will, nicht weil es Geld bringt. Seine Heiligtümer sind der belgische Kriminalschriftsteller Georges Simenon, Bob Dylan, der FC-Bayern und gutes Bier.

„Ein Tag im Leben von Friedrich Ani“ ist ein Film, in dem der gebürtige Bayer von seinen tiefsten Wünschen nach Abtauchen, nach völliger Anonymität erzählt. Je länger die Kamera und das Mikrofon eingeschaltet waren, desto mehr öffnete sich der ansonsten introvertierte Autor.

Die Tagesstationen, an die wir ihn begleiteten, sind nicht spektakulär, eröffnen aber Einsichten in das Denken und Schreiben des „Franz Schuberts der Kriminalliteratur“.

© 2012 Beatrice Sonhüter | Dokumentarfilmerin & cubecom