DOWN-SYNDROM – NA UND?

 

Erstausstrahlung: 06.01.2015, Bayerisches Fernsehen, 11.15 Uhr (Sendereihe Stolperstein)

Bis in die achtziger Jahre hinein wurden Kinder mit Down-Syndrom „Mongoloide“ genannt. Oft hat man sie zuhause versteckt oder in ein Heim abgeschoben. In den letzten Jahren hat sich der Umgang mit dieser Behinderung stark verändert. Immer deutlicher wird, dass man Menschen mit Down-Syndrom sehr gut und erfolgreich fördern kann. Und vor allem: dass sie ein durch und durch lebenswertes und erfülltes Leben führen können.

Dennoch ist der gesellschaftliche Umgang mit dem Down-Syndrom sehr ambivalent: Einerseits bemühen sich Schulen, heilpädagogische Einrichtungen und andere Institutionen, die UN-Behindertenrechtskonvention zu realisieren, die eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (Inklusion) einfordert. In der Medizin dagegen setzt man weiter auf das flächendeckende Screening von Schwangeren, um Embryonen mit Trisomie 21 frühzeitig zu erkennen. In über 90% der Fälle werden diese Embryonen dann abgetrieben. Ausgerechnet in einer Zeit, in der Menschen mit dem Down-Syndrom allmählich in der Gesellschaft angekommen sind, zeichnet sich ab, dass es die „Sonnenschein-Kinder“ (wie sie wegen ihres fröhlichen, aufgeschlossenen Wesens oft genannt werden) schon bald nicht mehr geben könnte.

Der Film aus der Reihe Stolperstein porträtiert drei Menschen mit Down-Syndrom, die unterschiedlichen Generationen angehören. Auf diese Weise repräsentieren sie auch verschiedene Phasen der gesellschaftlichen Akzeptanz, einer sich verändernden Geisteshaltung und unterschiedlicher Förderungsmöglichkeiten. Über ihre Erfahrungen berichten der als Schauspieler bekannt gewordene, inzwischen 53 Jahre alte Bobby Brederlow, der 24jährige Dennis und die 14jährige Lea.

Kamera: Ralph Zipperlen  |  Ton: Ines Heins  |  Schnitt: Angelika Brockt

© 2012 Beatrice Sonhüter | Dokumentarfilmerin & cubecom